Sizilien ist die größte Insel des Mittelmeers und verbindet antike Tempel, barocke Städte, lebhafte Märkte, aktive Vulkane, lange Sandstrände und eine außergewöhnlich vielfältige Küche. Zwischen Palermo im Nordwesten, Catania am Ätna, Syrakus im Südosten und Agrigent an der Südküste verändern sich Landschaft, Architektur und Atmosphäre mehrfach. Hinzu kommen kleinere Städte, Bergdörfer, Naturparks und vorgelagerte Inselgruppen wie die Liparischen, Ägadischen und Pelagischen Inseln.
Die Insel wurde über Jahrtausende von unterschiedlichen Kulturen geprägt. Griechen, Römer, Byzantiner, Araber, Normannen, Staufer, Spanier und weitere Herrschaften hinterließen Tempel, Theater, Paläste, Kirchen, Bewässerungssysteme und kulinarische Traditionen. Diese Schichten liegen vielerorts unmittelbar nebeneinander. In Palermo verbinden sich arabische und normannische Gestaltungselemente, während im Südosten ganze Städte nach einem schweren Erdbeben im sizilianischen Barock wiederaufgebaut wurden.
Ein Sizilien Reiseführer sollte die Insel nicht auf Palermo, Taormina und den Ätna reduzieren. Die Tempel von Agrigent, die Mosaiken der Villa Romana del Casale, die Barockstädte Noto, Modica und Ragusa, die griechischen Anlagen von Syrakus sowie die Naturgebiete der Madonie und der Nebrodi gehören ebenfalls zu einer umfassenden Reise. Die offizielle Tourismusinformation nennt neben den großen Städten ausdrücklich Vulkanlandschaften, Küstenregionen, Naturparks und kleinere Orte als zentrale Bestandteile des Reiseziels.
Für eine erste Rundreise sind zehn bis vierzehn Tage sinnvoll. Zwei Wochen reichen für drei oder vier größere Regionen, ohne täglich die Unterkunft wechseln zu müssen. Wer zusätzlich mehrere Inseln, abgelegene Dörfer und längere Strandtage einplanen möchte, sollte drei Wochen oder mehr vorsehen.
Warum Sizilien als Reiseziel besonders interessant ist
Sizilien bietet auf vergleichsweise engem Raum eine ungewöhnliche Dichte an Kultur- und Naturlandschaften. Antike Tempel stehen über dem Meer, mittelalterliche Stadtkerne steigen an Berghängen empor und barocke Fassaden leuchten in warmen Kalksteintönen. Gleichzeitig prägen Lavafelder, Zitrusplantagen, Olivenhaine, Weinberge und trockene Hügellandschaften das Inselinnere.
Die regionalen Unterschiede sind deutlich. Palermo wirkt dicht, laut und von Märkten sowie monumentaler Geschichte geprägt. Catania besitzt eine dunklere Architektur aus Lavagestein und lebt in unmittelbarer Nähe zum Ätna. Syrakus verbindet eine griechisch-römische Vergangenheit mit der Inselhalbinsel Ortigia. Das Val di Noto steht für repräsentative Barockstädte, während der Westen mit Trapani, Erice, Marsala und den Salinen einen stärker maritimen Charakter besitzt.
Auch die Küche verändert sich von Region zu Region. In Palermo dominieren Straßenmärkte, frittierte Speisen und arabisch beeinflusste Süßwaren. Catania ist eng mit Pasta alla Norma verbunden, während Modica für eine besondere Schokoladentradition bekannt ist. An den Küsten spielen Fisch, Schwertfisch, Thunfisch und Meeresfrüchte eine wichtige Rolle.
Sizilien eignet sich damit für Kulturreisen, Strandurlaub, Wanderungen, kulinarische Rundfahrten und Familienreisen. Die Insel verlangt jedoch eine klare Auswahl. Entfernungen und Fahrzeiten werden leicht unterschätzt, weil Straßen im Inland oder an der Küste langsamer verlaufen können als erwartet.
Palermo zwischen Märkten und normannischer Geschichte
Palermo ist die Hauptstadt Siziliens und ein geeigneter Ausgangspunkt für den Nordwesten. Die Stadt wirkt nicht vollständig geordnet oder museal, sondern lebendig, widersprüchlich und dicht. Barockfassaden, normannische Kirchen, orientalisch wirkende Kuppeln, verkehrsreiche Straßen und historische Märkte liegen nah beieinander.
Zu den wichtigsten Bauwerken gehört der Palazzo dei Normanni mit der Cappella Palatina. Goldene Mosaiken, eine reich verzierte Holzdecke und normannische Architektur verbinden byzantinische, islamische und westliche Einflüsse. Gemeinsam mit weiteren Bauwerken in Palermo sowie den Kathedralen von Monreale und Cefalù gehört das arabisch-normannische Erbe zum UNESCO-Welterbe.
Die Kathedrale von Palermo zeigt mehrere Bauphasen und Stilrichtungen. In der Umgebung liegen historische Paläste, Kirchen und Plätze wie die Quattro Canti und die Piazza Pretoria. Die Kreuzung Quattro Canti bildet einen barocken Mittelpunkt zwischen mehreren Altstadtvierteln.
Palermos Märkte gehören zum Stadtleben. Ballarò, Capo und Vucciria unterscheiden sich hinsichtlich Größe, Atmosphäre und gastronomischer Ausrichtung. Ballarò wirkt vielerorts noch wie ein alltäglicher Lebensmittelmarkt, während Vucciria besonders am Abend stärker von Gastronomie und Nachtleben geprägt wird.
Für Palermo sind mindestens drei volle Tage sinnvoll. Mit vier oder fünf Tagen können Monreale, Mondello oder mehrere Museen ergänzt werden.
Monreale und der Blick über die Conca d’Oro
Monreale liegt oberhalb Palermos und ist besonders für seine Kathedrale bekannt. Der Innenraum ist mit großflächigen Goldmosaiken ausgestattet, die biblische Szenen darstellen. Der Kreuzgang verbindet normannische Architektur mit fein gestalteten Säulen und Kapitellen.
Von der erhöhten Lage reicht der Blick über Palermo und die sogenannte Conca d’Oro, die früher von Zitrusgärten und landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägt wurde. Monreale lässt sich als halbtägiger Ausflug besuchen, verdient aber genügend Zeit für Kathedrale, Kreuzgang und Altstadtgassen.
Cefalù und die Nordküste
Cefalù liegt östlich von Palermo zwischen Meer und dem steilen Felsen La Rocca. Der historische Ort besitzt einen langen Sandstrand, enge Gassen und eine normannische Kathedrale. Die Lage macht Cefalù zu einer besonders beliebten Verbindung aus Kultur- und Badeaufenthalt.
Die Kathedrale gehört zum arabisch-normannischen UNESCO-Ensemble. Ihr Innenraum ist für bedeutende Mosaiken bekannt. Oberhalb der Stadt führt ein teilweise steiler Weg auf die Rocca. Von dort öffnen sich weite Blicke auf Dächer, Küste und Meer.
Ein Tagesausflug ab Palermo ist möglich, doch zwei oder drei Übernachtungen ermöglichen einen ruhigeren Aufenthalt. Im Sommer kann der Ort tagsüber sehr voll werden, während morgens und abends eine angenehmere Atmosphäre entsteht.
Catania und das Leben am Ätna
Catania liegt an der Ostküste unmittelbar am Fuß des Ätna. Die Stadt wurde mehrfach durch Erdbeben und Vulkanausbrüche zerstört und anschließend wiederaufgebaut. Schwarzes Lavagestein, barocke Fassaden und breite Plätze prägen das Zentrum.
Die Piazza del Duomo bildet den Mittelpunkt. Dort stehen die Kathedrale und der Elefantenbrunnen mit einer Figur aus dunklem Basalt. Die Via Etnea führt vom Domplatz nordwärts und eröffnet an klaren Tagen den Blick auf den Vulkan. Die barocken Bereiche Catanias gehören gemeinsam mit weiteren Städten des Südostens zum UNESCO-Welterbe des Val di Noto.
Besonders lebhaft ist die Pescheria, der traditionelle Fischmarkt nahe dem Domplatz. Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Fleisch und Gewürze werden in einem dichten Marktbereich angeboten. Der Markt eignet sich besonders am Vormittag für einen Einblick in den Alltag der Stadt.
Catania wirkt weniger herausgeputzt als Taormina, bietet dafür ein urbaneres und alltagsnäheres Sizilien. Für die Stadt selbst sind zwei Tage sinnvoll. Mit Ätna, Aci Castello und Aci Trezza können vier bis fünf Nächte eingeplant werden.
Ätna und die Vulkanlandschaft
Der Ätna ist der höchste Berg Siziliens und einer der aktivsten Vulkane der Welt. Lavafelder, Nebenkrater, Wälder, Obstgärten und Weinberge prägen seine Hänge. Die Höhe und Form des Vulkans können sich durch die anhaltende Aktivität verändern. Die Vulkanlandschaft gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Mehrere Ausgangsgebiete erschließen den Ätna. Auf der Südseite liegt Rifugio Sapienza, auf der Nordseite Piano Provenzana. Abhängig von Aktivität, Wetter und behördlichen Regelungen können Seilbahn, Geländefahrzeuge und geführte Wanderungen angeboten werden. Höher gelegene Bereiche dürfen teilweise nur mit autorisierten Guides betreten werden.
Eine Ätna-Tour sollte nicht wie ein gewöhnlicher Aussichtsausflug behandelt werden. Temperatur, Wind und Sicht können sich rasch verändern. Selbst im Sommer ist warme Kleidung sinnvoll. Bei vulkanischer Aktivität können Wege kurzfristig geschlossen werden.
Weinorte wie Linguaglossa, Randazzo und Zafferana Etnea zeigen die landwirtschaftliche Seite des Vulkans. Mineralreiche Böden und unterschiedliche Höhenlagen begünstigen Weinbau, Pistazien, Honig und weitere regionale Produkte. Eine Fahrt mit der Ferrovia Circumetnea ermöglicht abschnittsweise eine andere Perspektive auf Orte und Landschaften rund um den Ätna.
Taormina und das antike Theater
Taormina liegt hoch über der ionischen Küste und gehört zu den bekanntesten Ferienorten Siziliens. Der Corso Umberto führt durch das historische Zentrum und verbindet Tore, Plätze, Kirchen, Geschäfte und Aussichtsterrassen.
Das antike Theater ist die wichtigste Sehenswürdigkeit. Von den Rängen reicht der Blick über die Küste, Giardini-Naxos und bei klarer Sicht bis zum Ätna. Die Anlage wurde in griechischer Zeit begonnen und später von den Römern verändert.
Unterhalb Taorminas liegt Isola Bella, eine kleine Insel beziehungsweise Halbinsel mit einer geschützten Bucht. Eine Seilbahn verbindet das höher gelegene Zentrum mit dem Küstenbereich. In der Hauptsaison sind Strände und Gassen stark besucht.
Taormina eignet sich für zwei bis drei Nächte. Wer eine ruhigere Unterkunft sucht, kann Castelmola, Giardini-Naxos oder kleinere Orte in der Umgebung berücksichtigen.
Syrakus und Ortigia
Syrakus war in der Antike eine der bedeutendsten Städte des Mittelmeerraums. Heute verteilen sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf das archäologische Gebiet auf dem Festland und die historische Insel Ortigia.
Im Parco Archeologico della Neapolis liegen das griechische Theater, ein römisches Amphitheater, Steinbrüche und die als Ohr des Dionysios bekannte Felshöhle. Das Theater wird bis heute für Aufführungen genutzt.
Ortigia ist das atmosphärische Zentrum. Enge Straßen, barocke Paläste, Meerblicke und kleine Plätze prägen die Insel. Die Kathedrale wurde in einen antiken Athena-Tempel integriert, dessen Säulen noch in den Außen- und Innenwänden sichtbar sind. Syrakus und die nahe Felsnekropole von Pantalica gehören zum UNESCO-Welterbe.
Für Syrakus sind mindestens zwei volle Tage sinnvoll. Ortigia eignet sich besonders als Unterkunftsstandort, kann in der Hauptsaison jedoch lebhaft und kostspielig sein.
Noto, Modica und Ragusa
Das Val di Noto steht für Städte, die nach dem Erdbeben von 1693 in barocker Form wiederaufgebaut wurden. Acht Städte beziehungsweise Stadtbereiche gehören zum gemeinsamen UNESCO-Welterbe, darunter Noto, Ragusa, Modica, Catania, Scicli und Caltagirone.
Noto besitzt eine besonders einheitliche Hauptstraße mit Kathedrale, Palästen und breiten Treppenanlagen. Der warme Kalkstein verändert seine Farbe je nach Tageszeit. Ein halber Tag genügt für die wichtigsten Bauwerke, eine Übernachtung ermöglicht ruhigere Abendstunden.
Modica erstreckt sich über mehrere Höhenstufen. Kirchen, Treppen und dicht bebaute Hänge bestimmen das Stadtbild. Die Stadt ist außerdem für Schokolade bekannt, die nach einer besonderen, historisch überlieferten Methode verarbeitet wird.
Ragusa besteht aus dem höher gelegenen Ragusa Superiore und dem historischen Ragusa Ibla. Ibla besitzt ein verwinkeltes Zentrum mit barocken Kirchen, Palästen und dem Giardino Ibleo. Für die drei Städte sind mindestens zwei bis drei Tage empfehlenswert.
Agrigent und das Tal der Tempel
Das Tal der Tempel bei Agrigent gehört zu den bedeutendsten archäologischen Gebieten Siziliens. Die Bezeichnung ist geografisch etwas irreführend, da die Tempel auf einem lang gezogenen Höhenrücken stehen.
Besonders bekannt sind der Concordia-Tempel, der Hera-Tempel und die Reste des Herakles-Tempels. Die Anlagen gehörten zur antiken griechischen Stadt Akragas, die zu den wichtigsten Städten der Magna Graecia zählte. Das archäologische Gebiet umfasst neben den Tempeln auch Nekropolen und weitere Teile der antiken Stadt.
Für den Rundgang sollten mindestens drei bis vier Stunden eingeplant werden. Das Gelände ist offen und bietet wenig Schatten. Ein Besuch am frühen Morgen oder späten Nachmittag ist besonders im Sommer angenehmer.
Die moderne Stadt Agrigent liegt oberhalb der archäologischen Zone. Ihre Altstadt ist weniger bekannt, besitzt aber Kirchen, Treppenstraßen und Aussichtspunkte. In der Umgebung liegen außerdem die helle Felsküste Scala dei Turchi und mehrere Strände.
Villa Romana del Casale und das Inselinnere
Nahe Piazza Armerina liegt die Villa Romana del Casale. Die spätantike Anlage ist besonders für ihre außergewöhnlich umfangreichen Bodenmosaiken bekannt. Jagdszenen, mythologische Darstellungen, Tiere und Alltagsszenen bedecken zahlreiche Räume.
Die UNESCO beschreibt die Villa als eine der luxuriösesten römischen Anlagen ihrer Art und hebt die Qualität der erhaltenen Mosaiken hervor.
Piazza Armerina eignet sich als Zwischenstation zwischen Ost- und Westsizilien. Ein Mietwagen ist für die Anreise meist praktischer als öffentliche Verkehrsmittel. Der Besuch lässt sich mit Caltagirone, Enna oder weiteren Orten des Inselinneren verbinden.
Trapani, Erice und Marsala
Trapani liegt an der Westküste und besitzt einen historischen Stadtkern zwischen zwei Meeresarmen. Der Hafen ist Ausgangspunkt für Fähren zu den Ägadischen Inseln. In der Umgebung erstrecken sich Salinen mit flachen Wasserbecken, Windmühlen und Salzbergen.
Erice liegt auf einem Berg oberhalb der Küste. Mittelalterliche Gassen, Kirchen, Mauern und Aussichtspunkte prägen den Ort. Bei klarer Sicht reicht der Blick über Trapani, die Salinen und die vorgelagerten Inseln. Nebel kann Erice jedoch auch mitten im Sommer einhüllen.
Marsala ist mit Wein, Salzgewinnung und der Landung Giuseppe Garibaldis verbunden. Westlich der Stadt liegt die Lagune Stagnone mit der Insel Mozia, auf der archäologische Reste einer phönizischen Siedlung erhalten sind.
Für Trapani, Erice, Marsala und die Salinen sind drei bis vier Tage sinnvoll. Wer zusätzlich Favignana oder Levanzo besuchen möchte, sollte weitere Übernachtungen einplanen.
Liparische Inseln
Die Liparischen beziehungsweise Äolischen Inseln liegen nördlich Siziliens. Lipari ist die größte und wichtigste Versorgungsinsel. Vulcano ist für vulkanische Landschaften und Schwefelaustritte bekannt, während Stromboli von einem dauerhaft aktiven Vulkan geprägt wird.
Salina bietet grünere Landschaften, Weinbau und kleinere Orte. Panarea wirkt exklusiver, Filicudi und Alicudi sind abgelegener und ruhiger.
Schiffsverbindungen starten unter anderem in Milazzo. Wetter und Seegang können Fahrpläne beeinflussen. Wer mehrere Inseln kombinieren möchte, sollte Reservetage einplanen. Vulkanwanderungen dürfen nur entsprechend den jeweils aktuellen Sicherheitsstufen und örtlichen Regeln unternommen werden.
Strände und Naturgebiete
Sizilien besitzt sehr unterschiedliche Küsten. San Vito Lo Capo im Nordwesten ist für einen hellen Sandstrand bekannt. Das nahe Naturreservat Zingaro verbindet Buchten, Küstenwege und mediterrane Vegetation.
Im Südosten liegen Strände bei Vendicari, Fontane Bianche und rund um Marzamemi. Das Naturreservat Vendicari schützt Lagunen, Dünen und wichtige Lebensräume für Zugvögel.
Im Norden bieten die Madonie und die Nebrodi Berglandschaften, Wälder und Dörfer. Diese Regionen zeigen eine Seite Siziliens, die sich deutlich von den trockeneren Küsten unterscheidet. Offizielle Tourismusangebote heben Naturparks und Reservate ausdrücklich als Grundlage für langsames und nachhaltigeres Reisen hervor.
Sizilianische Küche und typische Spezialitäten
Siziliens Küche verbindet mediterrane, arabische, spanische und weitere Einflüsse. Arancini beziehungsweise Arancine sind gefüllte und frittierte Reisbällchen. Selbst die Bezeichnung unterscheidet sich regional und wird in Palermo anders verwendet als in Catania.
Pasta alla Norma verbindet Pasta, Tomatensauce, Auberginen und Ricotta salata. Pasta con le sarde enthält Sardinen, Fenchel, Rosinen und Pinienkerne. Couscous mit Fisch ist besonders im Westen rund um Trapani verbreitet.
Cannoli bestehen aus frittierten Teigröllchen mit Ricottafüllung. Cassata verbindet Biskuit, Ricotta, Marzipan und kandierte Früchte. Granita wird häufig schon zum Frühstück mit einer Brioche gegessen.
Weitere regionale Produkte sind Pistazien aus Bronte, Mandeln, Kapern aus Pantelleria, Olivenöl, Zitrusfrüchte, Käse und Weine wie Nero d’Avola, Etna Rosso, Marsala und Malvasia.
Geeignete Unterkunftsregionen
Palermo eignet sich für den Nordwesten, Monreale und Cefalù. Catania ist eine gute Basis für Ätna, Taormina und die ionische Küste. Syrakus beziehungsweise Ortigia erschließt den Südosten und das Val di Noto.
Agrigent ist sinnvoll für die Südküste und das Tal der Tempel. Trapani eignet sich für Erice, Marsala, Salinen und die Ägadischen Inseln. Für eine zweiwöchige Reise sind drei bis vier Standorte meist angenehmer als tägliche Hotelwechsel.
Beste Reisezeit für Sizilien
April bis Juni sowie September und Oktober eignen sich besonders für Rundreisen, Städte und Wanderungen. Die Temperaturen sind meist angenehmer als im Hochsommer, während das Meer im frühen Herbst noch warm sein kann.
Juli und August sind heiß, trocken und stark besucht. Archäologische Stätten und barocke Städte sollten möglichst am Morgen oder späten Nachmittag besichtigt werden. An Stränden, auf Fähren und in bekannten Ferienorten ist die Nachfrage besonders hoch.
Der Winter eignet sich für Städte, Museen und kulinarische Reisen. In Bergregionen und am Ätna können Schnee, Kälte und eingeschränkte Wege auftreten. Kleinere Küstenorte und Inseln reduzieren außerhalb der Saison teilweise ihr Angebot.
Empfohlene Aufenthaltsdauer
Sieben Tage reichen für eine konzentrierte Reise durch West- oder Ostsizilien. Eine klassische einwöchige Ostroute kann Catania, Ätna, Taormina, Syrakus und Noto verbinden.
Zehn bis vierzehn Tage ermöglichen eine ausgewogenere Rundreise mit Palermo, Agrigent, Südosten und Catania. Drei Wochen sind ideal, wenn zusätzlich Trapani, mehrere Inseln, Naturparks und Strandtage eingeplant werden.
Anreise und Mobilität
Die wichtigsten Flughäfen liegen bei Palermo und Catania. Weitere Flughäfen befinden sich bei Trapani und Comiso. Welcher Flughafen sinnvoll ist, hängt stark von der geplanten Region ab.
Regionalzüge verbinden mehrere größere Städte und Küstenabschnitte. Intercity-Verbindungen führen außerdem vom italienischen Festland nach Palermo und Syrakus; die Züge werden auf dem Weg über die Straße von Messina per Fähre transportiert.
Für Palermo, Catania, Cefalù, Taormina und Syrakus ist eine Reise ohne Mietwagen möglich. Für Naturreservate, kleinere Barockstädte, Bergdörfer und das Inselinnere bietet ein Auto deutlich mehr Flexibilität. In historischen Zentren gelten häufig eingeschränkte Verkehrsbereiche, die als ZTL bezeichnet werden. Unterkünfte sollten deshalb nach Zufahrt und Parkmöglichkeiten gefragt werden.
Aktuelle Reiseführer und passende Bücher für Sizilien
Für eine umfassende Rundreise eignet sich ein ausführlicher Sizilien Reiseführer mit regionaler Gliederung, Straßenkarten und realistischen Fahrzeiten. Palermo, Westküste, Inselinneres, Südosten, Ätna und Nordküste sollten getrennt behandelt werden.
Für eine einwöchige Städtereise genügt ein kompakter Regionalführer. Wer Palermo, Catania oder Syrakus intensiv kennenlernen möchte, profitiert von einem zusätzlichen Stadtführer mit Architekturspaziergängen und Marktübersichten.
Kulturinteressierte können Bücher zur griechischen Antike, arabisch-normannischen Architektur und zum sizilianischen Barock ergänzen. Wanderer benötigen aktuelle Karten für Ätna, Madonie, Nebrodi und das Zingaro-Reservat.
Kulinarische Reiseführer helfen dabei, regionale Unterschiede, Märkte, Weine und traditionelle Gerichte einzuordnen. Für Inselreisen sind zusätzlich aktuelle Informationen zu Häfen, Fährverbindungen und saisonalen Fahrplänen sinnvoll.
Fazit
Sizilien verbindet antike Geschichte, barocke Städte, Vulkanlandschaften und mediterrane Küsten zu einer außergewöhnlich vielseitigen Reiseregion. Palermo und Monreale zeigen arabisch-normannische Kultur, während Agrigent und die Villa Romana del Casale die griechische und römische Vergangenheit erschließen.
Catania, Ätna und Taormina prägen den Osten. Syrakus, Noto, Modica und Ragusa verbinden Archäologie mit sizilianischem Barock. Trapani, Erice und Marsala stehen für Salinen, Wein und die westlichen Inselwelten.
Für einen ersten Aufenthalt sind zehn bis vierzehn Tage besonders ausgewogen. Ein umfassender Landesführer bietet die beste Grundlage für eine Rundreise. Spezielle Kultur-, Wander- und kulinarische Reiseführer schaffen zusätzliche Tiefe und helfen dabei, die starken regionalen Unterschiede Siziliens bewusster wahrzunehmen.
- Köthe, Friedrich (Author)
- Mesina, Caterina (Author)
- Bestler, Anita (Author)
- Schetar, Daniela (Author)
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