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Uruguay Reiseführer: Montevideo, Atlantikküste und koloniale Städte - 2026

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Uruguay liegt zwischen Argentinien und Brasilien im Südosten Südamerikas und gehört zu den angenehm überschaubaren Reiseländern des Kontinents. Die Hauptstadt Montevideo verbindet historische Architektur, breite Plätze, Märkte und eine lange Uferpromenade am Río de la Plata. Im Westen liegt Colonia del Sacramento mit Kopfsteinpflaster, niedrigen Kolonialhäusern und Fährverbindungen nach Buenos Aires. Richtung Osten folgen die Ferienorte Punta del Este und José Ignacio, bevor die Küste im Departamento Rocha zunehmend naturbelassener wird.

Das Landesinnere zeigt eine andere Seite Uruguays. Weite Graslandschaften, Rinderweiden, kleinere Städte, Estancias und Weinregionen bestimmen das Bild. Das Gelände ist überwiegend flach bis sanft hügelig. Große Gebirge, tropische Regenwälder oder spektakuläre Höhenunterschiede fehlen, doch gerade die offene Landschaft, der weite Himmel und das ruhige Reisetempo verleihen Uruguay einen eigenständigen Charakter.

Ein Uruguay Reiseführer sollte deshalb nicht ausschließlich die Strände von Punta del Este behandeln. Montevideos Altstadt, die Kultur von Tango und Candombe, die historische Bedeutung Colonias, die wilde Atlantikküste von Rocha und die Weingüter rund um die Hauptstadt gehören ebenso zu einer vollständigen Reise. Auch Orte wie Piriápolis, Cabo Polonio, Punta del Diablo, Fray Bentos und die Thermalregion im Nordwesten eröffnen unterschiedliche Perspektiven.

Für einen ersten Aufenthalt sind zehn bis vierzehn Tage sinnvoll. Eine Woche reicht für Montevideo, Colonia und einen Küstenort. Wer zusätzlich Rocha, das Landesinnere oder mehrere Tage auf einer Estancia erleben möchte, sollte zwei bis drei Wochen einplanen.

Warum Uruguay als Reiseziel besonders interessant ist

Uruguay wirkt im Vergleich zu seinen großen Nachbarn kompakt und ruhig. Die wichtigsten Reiseziele lassen sich mit Fernbussen, Fähren und Mietwagen gut miteinander verbinden. Gleichzeitig unterscheiden sich die Regionen deutlich genug, um eine abwechslungsreiche Rundreise zu ermöglichen.

Montevideo steht für städtische Kultur, Architektur und lange Spaziergänge an der Rambla. Colonia del Sacramento vermittelt koloniale Geschichte und eignet sich als Verbindung zwischen Uruguay und Buenos Aires. Punta del Este bietet eine ausgeprägte Ferieninfrastruktur, während Cabo Polonio und Teile der Küste von Rocha stärker von Dünen, Wind, einfachen Unterkünften und Natur geprägt werden.

Das Land besitzt außerdem eine ausgeprägte Ess- und Alltagskultur. Mate, Asado, Tannat-Wein, Fußball, Karneval und das entspannte Zusammensein auf Plätzen oder an der Uferpromenade prägen das gesellschaftliche Leben. Uruguay eignet sich deshalb nicht nur für klassische Sehenswürdigkeiten, sondern besonders für Reisende, die ein Land über Märkte, Cafés, Küstenorte und Alltagsbeobachtungen kennenlernen möchten.

Montevideo und das urbane Zentrum Uruguays

Montevideo liegt am Río de la Plata und ist politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes. Die Stadt erstreckt sich entlang einer mehr als 30 Kilometer langen Küstenpromenade, die verschiedene Wohnviertel, Strände und Parks miteinander verbindet. Diese Rambla gehört zu den wichtigsten öffentlichen Räumen der Hauptstadt.

Das historische Zentrum beginnt rund um die Plaza Independencia. Dort stehen das Denkmal für den Unabhängigkeitskämpfer José Gervasio Artigas, der Palacio Salvo und das frühere Stadttor Puerta de la Ciudadela. Hinter dem Tor beginnt die Ciudad Vieja mit historischen Geschäftshäusern, Museen, Galerien und Restaurants.

Die Avenida 18 de Julio führt von der Plaza Independencia durch das moderne Zentrum. Entlang der Straße liegen Geschäfte, Plätze, Theater und repräsentative Gebäude. Die Plaza Cagancha, die Universidad de la República und das Rathaus gehören zu den markanten Stationen.

Für Montevideo sollten mindestens drei volle Tage eingeplant werden. Vier oder fünf Tage ermöglichen zusätzlich mehrere Museen, einen Weingutausflug und entspannte Spaziergänge durch unterschiedliche Viertel.

Ciudad Vieja und Plaza Independencia

Die Ciudad Vieja war ursprünglich von Befestigungsanlagen umgeben. Heute erinnern nur noch einzelne Elemente an diese frühere Struktur. Zwischen Plaza Independencia und Hafen stehen Gebäude aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert neben moderneren Büros und umgenutzten Lagerhäusern.

Die Fußgängerstraße Sarandí bildet eine zentrale Achse. Von dort führen Seitenstraßen zur Plaza Matriz mit der Kathedrale und dem ehemaligen Cabildo. Kunsthandwerk, Antiquitätengeschäfte, kleine Museen und Cafés verteilen sich über das Viertel.

Tagsüber ist die Ciudad Vieja ein interessantes Gebiet für Architektur und Kultur. Nach Geschäftsschluss werden einige Straßen deutlich ruhiger. Bei der Wahl einer Unterkunft sollte daher auf eine gut belebte Lage und aktuelle lokale Empfehlungen geachtet werden.

Der Palacio Salvo an der Plaza Independencia war bei seiner Fertigstellung eines der auffälligsten Gebäude Südamerikas. Seine Mischung verschiedener Baustile und die markante Turmform prägen bis heute die Silhouette der Innenstadt. Führungen ermöglichen abhängig vom aktuellen Angebot Einblicke in Geschichte, Architektur und Aussichtsebenen.

Mercado del Puerto und Hafenviertel

Der Mercado del Puerto liegt am westlichen Rand der Ciudad Vieja. Die historische Markthalle ist heute vor allem ein gastronomisches Zentrum. Grillrestaurants, offene Feuerstellen und traditionelle Fleischgerichte bestimmen das Bild. Der Markt gehört zu den meistbesuchten kulinarischen Orten Montevideos.

Das Angebot richtet sich stark an Besucher, vermittelt aber dennoch einen Eindruck der uruguayischen Parrilla-Kultur. Fleisch, Würste, Innereien, Gemüse und Käse werden über offenem Feuer gegrillt. Wer eine ruhigere und häufig stärker lokal geprägte Atmosphäre sucht, findet in anderen Stadtteilen zahlreiche kleinere Parrillas.

In der Nähe liegen das Karnevalsmuseum und Teile des Hafens. Das Museo del Carnaval beschäftigt sich mit Murga, Candombe, Kostümen und der langen Karnevalstradition des Landes. Montevideos Karneval erstreckt sich über mehrere Wochen und gilt als wichtiger Bestandteil des kulturellen Kalenders.

Rambla, Pocitos und die Küstenviertel

Die Rambla verläuft entlang des Río de la Plata und ist je nach Abschnitt Promenade, Sportstrecke, Treffpunkt oder Aussichtsort. Spaziergänger, Läufer, Radfahrer und Menschen mit Mate prägen das tägliche Bild.

Pocitos gehört zu den bekanntesten Wohn- und Strandvierteln. Hochhäuser, Restaurants und ein breiter Sandstrand schaffen eine moderne, lebhafte Atmosphäre. Der Strand eignet sich eher für Stadt- und Freizeitaufenthalte als für ein klassisches tropisches Badeerlebnis. Wasserfarbe, Wind und Wellen verändern sich abhängig von Wetter und Strömung.

Weiter östlich folgen Punta Carretas, Buceo, Malvín und Carrasco. Punta Carretas verbindet Uferwege, Gastronomie und Wohnstraßen. Carrasco wirkt ruhiger, grüner und repräsentativer. Die langen Entfernungen entlang der Rambla sollten bei Spaziergängen nicht unterschätzt werden.

Candombe, Tango und Karneval

Uruguay besitzt eine eigenständige Musik- und Tanzkultur. Candombe entwickelte sich wesentlich innerhalb afro-uruguayischer Gemeinschaften. Trommelgruppen, sogenannte Comparsas, ziehen bei Proben, Festen und Umzügen durch die Straßen. Besonders die Viertel Barrio Sur und Palermo sind historisch eng mit dieser Tradition verbunden.

Tango gehört sowohl zu Uruguay als auch zu Argentinien. Montevideo spielte eine wichtige Rolle bei seiner Entwicklung. Tanzlokale, Musikveranstaltungen und historische Cafés erinnern an diese gemeinsame Kultur des Río de la Plata.

Der Karneval von Montevideo umfasst Murga-Gruppen, Parodisten, Candombe und Bühnenveranstaltungen in sogenannten Tablados. Wer während dieser Zeit reist, erlebt eine besonders lebhafte kulturelle Phase, sollte Unterkünfte und Veranstaltungstickets jedoch frühzeitig planen.

Colonia del Sacramento

Colonia del Sacramento liegt am Río de la Plata gegenüber von Buenos Aires. Der historische Stadtkern wurde im 17. Jahrhundert von Portugal gegründet und wechselte später mehrfach zwischen portugiesischer und spanischer Kontrolle. Diese unterschiedlichen Einflüsse sind im Straßenverlauf und in der Architektur sichtbar.

Kopfsteinpflaster, niedrige Häuser, alte Mauern, kleine Plätze und der Leuchtturm prägen das Barrio Histórico. Der historische Kern gehört seit 1995 zum UNESCO-Welterbe. Uruguay besitzt insgesamt drei eingetragene Welterbestätten: Colonia del Sacramento, die Industrielandschaft von Fray Bentos und die von Eladio Dieste entworfene Kirche von Atlántida.

Zu den bekannten Orten gehören die Calle de los Suspiros, die Ruinen des Klosters San Francisco, der Leuchtturm und die Plaza Mayor. Mehrere kleine Museen behandeln Stadtgeschichte, Keramik, portugiesische und spanische Vergangenheit.

Ein Tagesausflug vermittelt einen guten ersten Eindruck. Eine Übernachtung ist dennoch empfehlenswert, da die Altstadt am Abend und frühen Morgen deutlich ruhiger wirkt.

Fähre zwischen Buenos Aires und Uruguay

Colonia und Montevideo sind durch Fähren mit Buenos Aires verbunden. Direktverbindungen nach Montevideo sowie Fähren nach Colonia mit anschließenden Busverbindungen in weitere uruguayische Städte gehören zu den üblichen Reisemöglichkeiten.

Die Fahrt macht eine Kombination aus Uruguay und Argentinien besonders unkompliziert. Fahrpläne, Check-in-Zeiten und Gepäckbedingungen sollten dennoch aktuell geprüft werden. An Feiertagen, Wochenenden und während der südamerikanischen Sommerferien können stark nachgefragte Verbindungen früh ausgebucht sein.

Wer nur Colonia besuchen möchte, kann die Stadt als Tagesausflug ab Buenos Aires erreichen. Für eine umfassendere Uruguay-Reise ist eine Weiterfahrt nach Montevideo oder entlang der Küste sinnvoller.

Punta del Este

Punta del Este liegt auf einer Halbinsel zwischen Río de la Plata und Atlantik. Der Ort gehört zu den bekanntesten Ferienzielen Südamerikas und verändert sich stark mit den Jahreszeiten. Im Januar und Februar sind Strände, Restaurants, Straßen und Nachtleben besonders belebt. Außerhalb der Hochsaison wirkt die Stadt wesentlich ruhiger.

Die Playa Mansa liegt auf der geschützteren westlichen Seite und besitzt meist ruhigere Wasserbedingungen. Die Playa Brava auf der Atlantikseite ist stärker Wind und Wellen ausgesetzt. Dort befindet sich die bekannte Fingerskulptur La Mano beziehungsweise Los Dedos.

Der Hafen, die Avenida Gorlero und die Uferpromenade bilden den touristischen Mittelpunkt. Punta del Este eignet sich für Strandurlaub, Gastronomie, Wassersport und Ausflüge in die Umgebung. Wer ausschließlich historische Architektur und lokales Alltagsleben sucht, findet in Montevideo oder Colonia stärkere Schwerpunkte.

Casapueblo, Punta Ballena und José Ignacio

Westlich von Punta del Este liegt Punta Ballena. Dort befindet sich Casapueblo, das vom Künstler Carlos Páez Vilaró entworfen wurde. Die weiße, organisch geformte Anlage beherbergt ein Museum, eine Galerie und weitere Bereiche. Die Lage über dem Meer macht sie besonders rund um den Sonnenuntergang beliebt.

Östlich von Punta del Este liegt José Ignacio. Das frühere Fischerdorf entwickelte sich zu einem gehobenen Ferienort mit Restaurants, Ferienhäusern und einem Leuchtturm. Trotz der exklusiveren Ausrichtung wirkt der Ort außerhalb der Hochsaison kleiner und ruhiger als Punta del Este.

Zwischen beiden Zielen liegen Strände, Lagunen und moderne Feriengebiete. Für flexible Ausflüge ist ein Mietwagen praktisch, während in der Sommersaison auch regionale Busverbindungen bestehen.

Piriápolis und die Küste von Maldonado

Piriápolis liegt westlich von Punta del Este und wurde als geplanter Bade- und Kurort entwickelt. Eine lange Rambla, Strände, historische Hotels und nahe Hügel prägen das Stadtbild.

Der Cerro San Antonio bietet einen weiten Blick auf Küste, Hafen und Stadt. Je nach aktuellem Betrieb führen Straße oder Liftmöglichkeiten hinauf. Weitere Ausflugsziele sind der Cerro del Toro, das Castillo de Piria und die umliegenden Landschaften.

Piriápolis eignet sich für Reisende, die eine klassische Küstenstadt mit weniger internationaler Ferienatmosphäre als Punta del Este suchen. Der Ort lässt sich als Tagesausflug besuchen, bietet aber auch eine gute Basis für mehrere ruhige Strandtage.

Cabo Polonio

Cabo Polonio liegt im Departamento Rocha und gehört zu den ungewöhnlichsten Küstenorten Uruguays. Dünen, zwei Strände, einfache Häuser, ein Leuchtturm und eine große Seelöwenkolonie prägen die Landschaft. Straßenbeleuchtung und eine konventionelle städtische Infrastruktur fehlen weitgehend. Dadurch ist der Nachthimmel besonders deutlich sichtbar.

Der Ort ist nicht direkt mit normalen Autos erreichbar. Vom Besucherbereich an der Hauptstraße erfolgt der Transport durch die Dünen mit dafür vorgesehenen Geländefahrzeugen. Diese besondere Anreise schützt den Landschaftscharakter, führt in der Hochsaison aber zu festen Abfahrtszeiten und Wartezeiten.

Die südliche und nördliche Strandseite unterscheiden sich hinsichtlich Wind und Wellengang. Baden sollte nur unter Beachtung der aktuellen Bedingungen erfolgen. Unterkünfte sind häufig einfacher als in Punta del Este und können bei Strom, warmem Wasser oder Internet eingeschränkter ausgestattet sein.

Ein Tagesausflug ist möglich, doch mindestens eine Übernachtung vermittelt die besondere Atmosphäre wesentlich besser.

La Pedrera, La Paloma und Valizas

La Paloma ist einer der größeren Ferienorte an der Atlantikküste von Rocha. Mehrere Strände, ein Hafen, ein Leuchtturm und eine vergleichsweise umfangreiche Infrastruktur machen den Ort für Familien und längere Aufenthalte geeignet.

La Pedrera liegt weiter nördlich und wirkt kompakter. Felsküsten, breite Atlantikstrände, kleine Restaurants und ein lebhaftes Sommerpublikum prägen den Ort. Außerhalb der Saison kann es sehr ruhig werden.

Barra de Valizas liegt zwischen Lagune, Dünen und Atlantik. Der Küstenweg in Richtung Cabo Polonio gehört zu den landschaftlich interessanten, aber anspruchsvolleren Unternehmungen. Sand, Sonne, Wind und Wasserläufe müssen berücksichtigt werden. Ohne Erfahrung oder bei schwierigen Bedingungen ist eine geführte Tour sinnvoll. Die offizielle Tourismusorganisation beschreibt Valizas als Ort zwischen großen Dünen und einem Wasserlauf mit Küstenwegen Richtung Cabo Polonio.

Punta del Diablo und Santa Teresa

Punta del Diablo liegt nahe der brasilianischen Grenze. Das frühere Fischerdorf entwickelte sich zu einem beliebten Ferienort mit Stränden, kleinen Restaurants, Hostels und Ferienhäusern. Im Hochsommer ist die Atmosphäre lebhaft, außerhalb der Saison deutlich ruhiger.

Die Strände unterscheiden sich hinsichtlich Wellen und Nutzung. Surfen, Strandspaziergänge und einfache Fischgerichte gehören zu den typischen Aktivitäten. Starke Strömungen und wechselnde Atlantikbedingungen sollten nicht unterschätzt werden.

Nördlich liegt der Nationalpark Santa Teresa. Eine historische Festung, Sandstrände, Wälder, Campingbereiche und Gartenanlagen bilden ein ungewöhnlich vielfältiges Ausflugsziel. Die offizielle Tourismusseite hebt besonders die Verbindung aus Festung, hellen Stränden, Palmen und Vegetation hervor.

Fray Bentos und das industrielle Erbe

Fray Bentos liegt am Río Uruguay im Westen des Landes. Die Stadt ist vor allem für eine historische Industrieanlage bekannt, in der Fleischprodukte für internationale Märkte verarbeitet wurden.

Das frühere Industrieareal umfasst Kühlhäuser, Produktionshallen, Hafenanlagen und weitere technische Gebäude. Es verdeutlicht die globale Bedeutung der Fleischverarbeitung im 19. und 20. Jahrhundert und gehört seit 2015 zum UNESCO-Welterbe.

Fray Bentos eignet sich besonders für Reisende mit Interesse an Industriegeschichte. Die Stadt lässt sich mit einer Route entlang des Río Uruguay oder einer Weiterreise Richtung Thermalregion verbinden.

Wein, Estancias und ländliches Uruguay

Uruguay ist besonders für die Rebsorte Tannat bekannt. Zahlreiche Weingüter liegen rund um Montevideo und im Departamento Canelones. Kleinere Familienbetriebe und größere Kellereien bieten Führungen, Verkostungen und Mahlzeiten an.

Ein Weingutausflug lässt sich gut als Tagesreise ab Montevideo organisieren. Reservierungen sind häufig erforderlich, da viele Betriebe keine dauerhaft geöffneten Besuchszentren besitzen.

Estancias ermöglichen einen Einblick in das ländliche Uruguay. Reitausflüge, regionale Küche, Tierhaltung und Spaziergänge durch offene Landschaften stehen im Mittelpunkt. Die Angebote reichen von einfachen landwirtschaftlichen Betrieben bis zu komfortableren Landhotels.

Bei der Auswahl sollte auf einen glaubwürdigen landwirtschaftlichen Bezug und verantwortungsvollen Umgang mit Tieren geachtet werden. Ein Aufenthalt von zwei Nächten ist meist angenehmer als ein kurzer organisierter Besuch.

Uruguayische Küche

Die Küche Uruguays ist stark von Rindfleisch, italienischen Einflüssen und der Kultur des Río de la Plata geprägt. Asado bezeichnet sowohl das Grillen selbst als auch das soziale Ereignis rund um das gemeinsame Essen.

Chivito ist ein reich belegtes Sandwich mit Fleisch, Schinken, Käse, Ei und weiteren Zutaten. Milanesa, Pasta, Pizza und Empanadas sind weit verbreitet. An der Küste ergänzen Fisch und Meeresfrüchte das Angebot.

Dulce de leche wird in Desserts, Gebäck und Eis verwendet. Alfajores bestehen meist aus zwei Gebäckhälften mit einer süßen Füllung. Mate wird zu fast jeder Tageszeit getrunken. Viele Menschen tragen Thermoskanne und Mategefäß unterwegs bei sich.

Beste Reisezeit für Uruguay

Der uruguayische Sommer reicht ungefähr von Dezember bis März. Januar und Februar sind die wichtigsten Monate für Strandurlaub, zugleich aber auch die teuerste und vollste Reisezeit an der Atlantikküste.

November, Anfang Dezember, März und April eignen sich besonders für Rundreisen. Die Temperaturen sind häufig angenehm, während Küstenorte weniger überlaufen wirken. Das Meer kann außerhalb des Hochsommers allerdings kühler sein.

Der Winter von Juni bis August ist mild bis kühl. Montevideo, Colonia, Weinregionen und Thermalbäder bleiben interessant, während viele kleine Strandorte ihr Angebot deutlich reduzieren. Wind und feuchte Kälte können subjektiv stärker wirken, als die Temperaturen vermuten lassen.

Empfohlene Aufenthaltsdauer

Sieben Tage reichen für Montevideo, Colonia und Punta del Este. Die Reise bleibt dabei relativ kompakt.

Zehn bis vierzehn Tage ermöglichen zusätzlich Piriápolis, Cabo Polonio oder einen weiteren Ort in Rocha. Zwei bis drei Wochen sind sinnvoll, wenn Weingüter, Estancias, Fray Bentos oder die Thermalregion einbezogen werden sollen.

Eine ausgewogene Route kann mit drei Nächten in Montevideo beginnen, zwei Nächte in Colonia umfassen und anschließend fünf bis sieben Tage an der Küste verbringen. Wer Natur und Ruhe bevorzugt, sollte mehr Zeit in Rocha und weniger in Punta del Este einplanen.

Einreise und Mobilität

Deutsche Staatsangehörige benötigen für touristische Kurzaufenthalte grundsätzlich kein Visum. Ein gültiger Reisepass ist erforderlich. Da Einreisebestimmungen angepasst werden können, sollten die aktuellen Vorgaben vor dem Abflug nochmals bei offiziellen Stellen geprüft werden.

Der internationale Flughafen von Montevideo liegt bei Carrasco östlich der Hauptstadt. Busse, Taxis und gebuchte Fahrdienste verbinden den Flughafen mit dem Zentrum und verschiedenen Küstenorten.

Fernbusse sind das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel innerhalb des Landes. Die Terminalanlage Tres Cruces in Montevideo bietet Verbindungen zu zahlreichen Städten und veröffentlicht Fahrpläne, ungefähre Fahrzeiten und Betreiberinformationen.

Ein Mietwagen ist besonders für Rocha, Weingüter, Estancias und kleinere Küstenorte praktisch. Die Hauptstraßen sind meist unkompliziert zu befahren. Auf Nebenstrecken können Schotter, Sand, Tiere und schlechte Beleuchtung die Fahrt erschweren. Nachtfahrten außerhalb größerer Orte sollten möglichst vermieden werden.

Aktuelle Reiseführer und passende Bücher für Uruguay

Für eine erste Rundreise eignet sich ein ausführlicher Uruguay Reiseführer mit Karten, Fernbusinformationen und einer klaren Gliederung nach Montevideo, Westen, Atlantikküste und Landesinnerem.

Reisende, die Uruguay mit Argentinien verbinden, profitieren von einem umfassenden Reiseführer für die Region am Río de la Plata. Er sollte Fährverbindungen, Grenzformalitäten und sinnvolle Kombinationen zwischen Buenos Aires, Colonia und Montevideo behandeln.

Für Naturreisen sind detaillierte Informationen zu Cabo Polonio, Rocha, Lagunen, Dünen und Schutzgebieten hilfreich. Kulturinteressierte können Bücher über Candombe, Tango, Fußballgeschichte und die gesellschaftliche Entwicklung Uruguays ergänzen.

Ein kulinarischer Reiseführer sollte Tannat, Asado, Mate und regionale Märkte einordnen. Digitale Karten sind für Mietwagenreisen nützlich, sollten in ländlichen Gebieten jedoch auch offline gespeichert sein.

Fazit

Uruguay verbindet historische Städte, offene Landschaften, Weinkultur und eine abwechslungsreiche Atlantikküste. Montevideo bietet Architektur, Märkte, Candombe und eine außergewöhnlich lange Uferpromenade. Colonia del Sacramento steht für koloniale Geschichte und die enge Verbindung zu Buenos Aires.

Punta del Este bietet eine umfangreiche Ferieninfrastruktur, während José Ignacio und Piriápolis kleinere Alternativen darstellen. In Rocha verändern Cabo Polonio, Valizas, La Pedrera und Punta del Diablo den Charakter der Reise deutlich. Dünen, Atlantikwellen und einfachere Küstenorte treten dort stärker in den Vordergrund.

Für einen ersten Aufenthalt sind zehn bis vierzehn Tage besonders ausgewogen. Ein allgemeiner Landesführer bietet eine gute Grundlage, während spezielle Bücher zu Kultur, Wein und Natur bei einer individuellen Rundreise zusätzliche Orientierung schaffen.

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